Ausgezeichnete Leistungen prämiert
Am 10.06.2026 fand am Gymnasium St. Christophorus in Werne die diesjährige Preisverleihungsfeier des Bundeswettbewerbs Fremdsprachen Solo statt. Bei dieser abwechslungsreichen und von Dr. Lorenzo di Maggio hervorragend organisierten Veranstaltung wurden insgesamt 99 Schülerinnen und Schüler - 30 im SOLO und 69 im Teamwettbewerb - für ihre herausragenden Leistungen in den Fächern Latein und Altgriechisch prämiert.
Sowohl die Gastgeberin und Schulleiterin Frau Crämer, der an dieser Stelle ein herzlicher Dank gilt, als auch alle weiteren Rednerinnen und Redner aus Politik und aus den Verbänden lobten das hohe außerunterrichtliche Engagement der teilnehmenden Schülerinnen und Schüler sowie deren kreativen und fachlich hervorragenden Beiträge. Vor allem die im Teamwettbewerb erstellten Videos in lateinischer Sprache zeigten, wie wir heute zeitgemäß mit der lateinischen Sprache umgehen und uns mit ihr auseinandersetzen können. In besonderer Weise wird der Siegerbeitrag vom "Team 2" des Städt. Helmholtz-Gymnasiums Essen unter Leitung von Herrn Pascal Schrempp in dieser Kategorie mit dem Titel "Pugna verborum", in der sich Cicero mit Catilina in einem live vorgetragenen Rap "battelten", allen Gästen in Erinnerung bleiben.
Der Elisabeth-Lebek-Stiftung "Lebendiges Latein" e.V. kam in dieser Feier eine besonders tragende Bedeutung zu, da sie allein 17 Preisträgerinnen und Preisträger im Wettbewerb SOLO mit Geldpreisen auszeichnen durfte. Besonders beeindruckt zeigte sich Alexander Weber, der Zweite Vorsitzende der Stiftung, von den Leistungen von Mariella Klitzpera (Heilig-Geist-Gymnasium Würselen) und Evelyn Dick (Gymnasium Heepen Bielefeld), die mit 97,50 bzw. 97,00 von 100 Punkten außergewöhnliche Leistungen erbracht hatten. Sie hatten sich mit Plinius "otium"-Begriff und antiker Freizeitgestaltung auseinandergesetzt und dabei u.a. ihre eigene Vorstellungen von sinnvoller Freizeitgestaltung lateinisch in einem Video vorgestellt, einen Originaltext des Plinius übersetzt, Fragen aufgrund von Hörverstehen beantwortet, einen lateinischen Lückentext gelöst oder eine sprachlich-stilistische Analyse durchgeführt. Alle 17 Preisträgerinnen und Preisträger haben durch ihre Leistungen hohe kognitive Fähigkeiten und Sprachkompetenz nachgewiesen. Sie alle haben durch ihre Leistungen Zeugnis von der Bedeutung der lateinischen Sprache im Hier und Jetzt abgelegt.
In der abschließenden Laudatio forderte Frau Dr. Barbara Verwiebe vom Ministerium für Schule und Bildung NRW daher, endlich die Frage, warum Schülerinnen und Schüler eine tote Sprache erlernten, umzukehren in die Frage, warum sie eine unsterbliche Sprache erlernten. Denn die Philosophie, Literatur, Architektur und viele weitere Bereiche seien heute ohne die Leistungen antiker Denker nicht möglich. Wer sich mit den alten Sprachen auseinandersetze, dem erschließe sich eine neue Welt. Wer die alten Sprachen im Original lese, betreibe aktives Denken, nicht passiven Konsum. Wer mit Übersetzungen arbeite, die Originallektüre aber nicht verstehe, bleibe außen vor, dringe nicht in deren Welt ein. Wer aber das Original lese, der höre plötzlich eine entfernte Stimme ganz nahe.
Mit diesen denkwürdigen Worten und einem gemeinsamen Abschiedslied endete diese äußerst gelungene Veranstaltung, die Vorfreude auf den Wettbewerb 2027 bereitet. Die entsprechenden Ausschreibungsunterlagen werden im Sommer 2027 an die Schulen versendet.