Zum 29. Mal fand vom 15.-17.06.2026 das Finale des Oberstufenwettbewerbs des Certamen Franckianum in Halle/Saale statt. Fünf Schülerinnen und zwei Schüler stellten zunächst einer Fachjury bestehend aus Kolleginnen und Kollegen von Schule und Hochschule Vorträge zu einem selbst gewählten Thema vor, um anschließend darüber mit der Jury ins kritische Gespräch zu kommen. Zudem hatten die Kandidatinnen und Kandidaten die Gelegenheit, sich in zwei Auswahlgesprächen für die Studienstiftung des Deutschen Volkes e.V. der Jury persönlich vorzustellen. Besonders beeindruckend war es zu hören und zu sehen, wie viele der jungen Leute sich aktiv, z.B. in der Hallianz Für Vielfalt, für die Demokratieförderung und somit vorbildlich für unsere Gesellschaft einsetzen.

Höchst abwechslungsreich waren die Fachthemen der Teilnehmenden. Diese referierten u.a. über die „Bellum-iustum-Lehre“ bei Caesar, Cicero und Erasmus von Rotterdam, das Frauenbild in der römischen Liebeselegie oder Shakespeare’s Brutusdarstellung als Tyrannenmörder in „Julius Caesar“ oder lieferten eine Analyse zu der Sprache in den Werken des Astronomen Johannes Kepler. Besonders zu überzeugen wusste Frieda-Lotte Oesemann vom Privat-Gymnasium Stendal. Für ihren Vortrag zum Thema „Panem et circenses – zwischen Kolosseum und Social Media“ Untertitel: „Wenn Demütigung zur Unterhaltung wird“ sowie ihre Leistungen in den Auswahlgesprächen wurde die Abiturientin mit dem 2. Platz und damit dem Preis der Elisabeth-Lebek-Stiftung „Lebendiges Latein“ e.V. prämiert. 

Bei der Preisverleihungsfeier im historischen Freylinghausensaal der Franckeschen Stiftungen überreichte der 2. Vorsitzende der Stiftung Alexander Weber der Preisträgerin einen Reisegutschein im Wert von 1200,-€. Mit diesem Gutschein darf diese nun Orte innerhalb des ehemaligen Imperium Romanum bereisen, um der Welt der Antike "in situ" ganz nahe zu kommen. In seiner lateinischen Rede erinnerte Herr Weber vor Frau Dr. Marianne Schröter, Direktorin der Franckeschen Stiftungen, Frau Prof. Johanna Mierendorff, Präsidentin des Freundeskreises der Franckeschen Stiftungen, sowie zahlreichen weiteren Gästen an die Worte der Stiftungsgründerin, Elisabeth Lebek, die vor vielen Jahren an selber Stelle die Bedeutung der Europäischen Union hervorgehoben hatte. Diese sah in der lateinischen Sprache als Nationen verbindendes Element und in der "humanitas" das innere Band, welches diese Gemeinschaft zusammenhält.

Im Rahmen dieser Feier wurden auch Teams von Schülerinnen und Schülern der Wettbewerbszweige „Certamen puerile“ und „Certamen iuvenile“ ausgezeichnet. Sie hatten sich fachwissenschaftlich und kreativ mit Fabeln des Phaedrus auseinandergesetzt und ihre Ergebnisse in selbst produzierten Videos vorgestellt. Alle freuen sich bereits jetzt darauf, diese Talente im Oberstufenwettbewerb wiederzusehen.

In ganz beeindruckender Art und Weise wurde die Feier musikalisch von Schülerinnen und einem Schüler der Latina Halle umrahmt, die mit ihrem überzeugenden Spiel an Querflöte, Fagott und Flügel das Publikum begeisterte.

Abschließend gilt ein großer Dank den Kolleginnen und Kollegen der Jury, vor allem Anna Hense und Stephan Mies von der Latina Halle, die Herrn Weber alles neues Mitglied in ihrer Runde herzlich aufnahmen und die Endrunde wunderbar organisierten.