Die Elisabeth-Lebek-Stiftung Lebendiges Latein e.V. hat sich zum Ziel gesetzt, Schülerinnen und Schüler dazu zu motivieren, sich über den schulischen Lateinunterricht hinaus mit Latein und der durch das Latein vermittelten europäischen Kultur zu beschäftigten. Aus diesem Grunde werden Schülerinnen und Schüler an Gymnasien und Gesamtschulen in Nordrhein-Westfalen und anderen Bundesländern gefördert, die auf dem Gebiet der lateinischen Sprache und Literatur außergewöhnliche Leistungen erbringen, sowie Lehrerinnen und Lehrer, die sie dabei unterstützen. 

Warum eigentlich Latein? In ihrer Begrüßungsrede anlässlich der konstituierenden Sitzung des Fördervereins begründet Elisabeth Lebek dies mit der Bedeutung der klassischen Latinität, deren Ziel das Begreifen und Beherrschen der sozialen Welt durch die Sprache gewesen sei, für Europa. Zu größter Verdichtung sei diese Konzeption in der Ciceronianischen Paronomasie ratio – oratio gelangt, die die Begriffe „Vernunft“ und „Rede“ so miteinander verbinde, dass die menschliche Verstandeskraft als integrierender Teil der menschlichen Sprachfähigkeit erscheine. So bewahre die klassische Latinität „eine Fülle ererbter grammatischer Kategorien, die durch verzweigte, aber dennoch überschaubare Spielregeln dergestalt aufeinander bezogen sind, dass die Gesamtheit der sprachlichen Möglichkeiten als umfassendes praktikables Wirklichkeitsmodell erfahrbar wird.“ Somit bietet Latein die Möglichkeit für Schülerinnen und Schüler, ein Sprachsystem in sprachlicher Vervollkommnung kennenzulernen, die Sprachkompetenz der eigenen Muttersprache zu verbessern und zu einem vertieften Verständnis weiterer Fremdsprachen zu gelangen.

Das klassische Latein sei, so Elisabeth Lebek weiter, als literarische Hochsprache des Imperium Romanum seit rund zweitausend Jahren in ganz Europa beständig vorhanden, wie sich in vielfältiger Weise zeige, und sei im kulturell-sprachlichen Bereich gewissermaßen „der gemeinsame genetische Code für alle Europäer“. Ein möglicher Verlust des Lateinischen aus dem Bildungswesen Europas bedeute für das kulturelle Europa, verständnislos vor weiten Bereichen der eigenen Geschichte, verständnislos vor hochbedeutenden kulturellen Zeugnissen der europäischen Identität zu stehen.

Da die Grundlagen des Lateinischen nahezu ausnahmslos in den Schulen gelegt werden und diese damit einen wesentlichen Beitrag zum Erwerb von Sprachfähigkeit sowie Sprachverständnis, Kulturbewusstsein und europäischer Identität leisten, möchte die Elisabeth-Lebek-Stiftung Lebendiges Latein e.V. an dieser Stelle ansetzen und Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte unterstützen und belohnen, die sich um der genannten Bereiche verdient machen.

Daher besteht die Förderung unter anderem in der Unterstützung folgender Aktivitäten: 

  • Teilnahme am „Certamen Carolinum – Landesschülerwettbewerb Alte Sprachen NRW“ (unter der Schirmherrschaft des Ministeriums für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen) mit der Sprache Latein

  • Teilnahme am „Certamen Franckianum – Landesschülerwettbewerb für Latein und Griechisch“ (Sachsen-Anhalt, Halle/Saale)

  • Teilnahme am „Bundeswettbewerb Fremdsprachen Solo“ mit der Fremdsprache Latein, Teilnahme am bundesweiten „Bundeswettbewerb Fremdsprachen Solo Plus“ mit der Fremdsprache Latein (beide Wettbewerbe finanziert und unterstützt durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung, den Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft und die Kultusministerkonferenz der Länder)

  • Teilnahme an nationalen und übernationalen Treffen zur Pflege des gesprochenen Lateins

  • Weiterentwicklung von Ideen zur Verbreitung des Lateinlernens

Wenn Sie sich mit diesen Zielen identifizieren, laden wir Sie herzlich ein, Mitglied des Fördervereins der Elisabeth-Lebek-Stiftung zu werden.