
Der Landesschülerwettbewerb Certamen Carolinum richtet sich an Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Oberstufe und bietet zwei Wettbewerbszweige an.
Der klassische Wettbewerb möchte Schülerinnen und Schüler mit besonderen Begabungen in den altsprachlichen Fächern Lateinisch und Griechisch fördern. Dabei sollen sie besonders ihre Fähigkeit zur historischen Kommunikation unter Beweis stellen, indem sie unter Berücksichtigung wissenschaftlicher Arbeitsweisen antike Texte übersetzen, interpretieren und sich von diesen Ergebnissen ausgehend mit aktuellen Fragestellungen aus Politik, Kultur und Gesellschaft auseinandersetzen.
Der Wettbewerbszweig "Antike trifft Kunst" spricht Schülerinnen und Schüler mit besonderen Begabungen im Fach Kunst an, möchte diesen die Welt der antiken Literatur eröffnen und sie einladen, unter Beachtung fachwissenschaftlicher Vorgaben die Rezeptionsgeschichte dieser Werke durch das Erschaffen eigener künstlerischer Arbeiten weiter mit zu schreiben.
Informationen zu den Teilnahmebedingungen, dem Wettbewerbsverlauf sowie den Preisen erhalten Sie auf der Internetseite certamencarolinum.de.
Auch in diesem Jahr konnte die Elisabeth-Lebek-Stiftung wieder einen Finalisten des Certamen Carolinum – Landesschülerwettbewerb Alte Sprachen NRW auszeichnen. Das Finale des diesjährigen Certamen Carolinum, das traditionellerweise am Kaiser-Karls-Gymnasium in Aachen ausgetragen wird, fand statt vom 20. bis 23. November 2025. Dieses Mal bestand der Wettbewerb aus zwei Runden: wahlweise einer mehrstündigen Latein- oder Griechischklausur, die eine Übersetzung sowie eine Interpretation verlangte, sowie einem Vortrag zu einem selbständig gewählten Thema mit anschließendem Colloquium. Die Lateinklausuren widmeten sich der Frage „Woher kommen Ungerechtigkeiten? (Auszüge aus Cicero de officiis I 23-26) für die Jahrgangsstufe Q1 bzw. „Wozu ist der Mensch geschaffen? (Seneca de ira I 5) für die Jahrgangsstufe EF. In der Endrunde beschäftigten sich die Teilnehmenden z.B. mit der Bedeutung der Musik in Quintilians Institutio oratoria, dem Schicksal der Verginia in Titus Livius‘ Ab urbe condita, Auszügen aus Iuvenals Satiren und der Frage nach dem freien Willen in De rerum natura des Lukrez.

Mit dem Preis der Elisabeth-Lebek-Stiftung wurde der Abiturient Julius Kaiser vom Albertus-Magnus-Gymnasium in Bergisch Gladbach geehrt. Er widmete sich der Frage: Silus Italicus – postremusne bonorum poetarum? Herr Kaiser legte mit großer Leidenschaft dar, warum Silus Italicus im Gegensatz zur Meinung bedeutender Literaturwissenschaftler als äußerst lesenswerten Autor angesehen werden könne. Auch durch seine Fähigkeit des aktiven Lateinsprechens beeindruckte er die Jury sehr. Er durfte sich über ein Preisgeld in Höhe von 1200€ freuen. Der Preis, der im Rahmen eines Festaktes in der Aula Carolina überreicht wurde, soll es ihm ermöglichen, das archäologischen Erbe der Römer „in situ“ zu erkunden. Wir sind gespannt auf seinen Reisebericht und freuen uns darüber, dass Herr Kaiser bereits sein Lateinstudium an der Universität Köln begonnen hat.