Im März 2026 zeichnete die Elisabeth-Lebek-Stiftung Lebendiges Latein e.V. im Finale des Bundeswettbewerbs Fremdsprachen SOLO Plus Keti Danai Mantzaridou für ihre Leistungen im Fach Latein aus. Heute stellt sie sich Ihnen vor:
Dass die Beschäftigung mit Latein ein großes Geschenk ist, lässt sich unschwer am literarischen Schatz erkennen, der uns über die Jahrtausende hinweg erhalten ist. Auch ich, Keti Danai Mantzaridou, 18 Jahre alt und in der 12 Klasse des Karlsgymnasiums München, erfreue mich seit der fünften Klasse regelmäßig an der Schönheit der lateinischen Sprache und der Auseinandersetzung mit ihr.
Meine Begeisterung für Latein war es, die mich zu dem Bundeswettbewerb Fremdsprachen SOLO Plus führte und nach Bestehen der ersten Runde auch im Finale mit spannenden Sprachaufgaben versorgte. In meiner ersten Wettbewerbssprache - selbstverständlich Latein - war unter anderem anhand großer Autoren wie Ovid, Cicero, Seneca oder Livius eine Reflexion über das Wesen des Menschen und dessen Alleinstellungsmerkmale gefragt, nicht zuletzt angesichts der zunehmenden Bedeutung der künstlichen Intelligenz. Die Elisabeth-Lebek-Stiftung belohnte meine Leistung in der Endrunde mit dem Sonderpreis für Latein, dank welchem mich nun eine Reise innerhalb der Grenzen des Imperium Romanum erwartet. Da die Römer mit der Ausdehnung ihres Reichs nicht zimperlich waren, steht mir nun eine breite Auswahl offen, aus der mich besonders die Provence und der Süden Italiens - genauer Neapel, Herkulaneum und Pompei - anlachen und sich als Hauptziele meiner anstehenden Reise herauskristallisiert haben. Diese möchte nach meinem Abitur 2027 antreten und freue mich bereits jetzt auf vielseitige Eindrücke und Anregungen, nicht ohne authentische mediterrane Kost.
Mein Studium möchte ich ganz den alten Sprachen widmen und dem Beispiel meiner Latein- und Griechischlehrkräfte folgen, die mich besonders geprägt haben und dies noch immer tun. Dem oft gehörten „Was bringen dir diese toten Sprachen?“ möchte ich auch in meinem Beruf entgegensetzen, dass Latein und Griechisch weder nutzlos noch tot und weit mehr sind als alte Bausteine, die es zu einer Übersetzung mal mehr, mal weniger mühevoll zusammenzupuzzeln gilt. Sie vermitteln uns zeitlose Werte, die das Fundament europäischen Denkens darstellen, uns seit damals lehren und noch heute in uns leben.

Ich bin Frieda- Lotte Oesemann, 18 Jahre alt, und habe in diesem Jahr mein Abitur am Privatgymnasium in Stendal abgelegt. Latein begleitet mich seit der 7. Klasse, in der ich es als zweite Fremdsprache wählte.
Besonders viel Freude bereitet mir hierbei das Übersetzen. Ich mag die Kombination aus logischem Denken und sprachlicher Genauigkeit, die dabei gefragt ist. Gleichzeitig macht es mir Spaß, durch die Originaltexte einen direkten Einblick in die antike Welt zu bekommen und die Geschichten sowie Gedanken der damaligen Zeit kennenzulernen.
Auf das Certamen Franckianum wurde ich von meiner Lateinlehrerin aufmerksam gemacht, die mir die Teilnahme empfohlen hat. Ich wollte die Gelegenheit nutzen, mich intensiver mit einem spannenden Thema zu beschäftigen und dabei neue Erfahrungen zu sammeln. Nach der erfolgreichen ersten und zweiten Wettbewerbsrunde durfte ich schließlich an der Endrunde teilnehmen.
Besonders spannend fand ich, dass mein Wettbewerbsthema für die Endrunde "Panem et circenses - zwischen Kolosseum und Social Media! Untertitel: Wenn Demütigung zur Unterhaltung wird." nicht nur die Antike, sondern auch unsere heutige Gesellschaft in den Blick genommen hat. Während der Arbeit wurde mir immer wieder bewusst, dass sich manche gesellschaftlichen Mechanismen über die Jahrhunderte kaum verändert haben. Gerade dieser Vergleich zwischen Vergangenheit und Gegenwart hat meinen Blick auf beide Seiten erweitert und mir gezeigt, wie aktuell die Auseinandersetzung mit antiken Themen noch immer sein kann.
Für meine Leistungen im Wettbewerb wurde ich mit dem zweiten Platz ausgezeichnet. Besonders gefreut habe ich mich darüber, dass dieser Preis der Elisabeth-Lebeck-Stiftung aus deinem Preisgeld in Höhe von 1200,-€ besteht. Im September werde ich gemeinsam mit einem ehemaligen Klassenkameraden nach Frankreich und Italien reisen. Ich hoffe, dort nicht nur viele antike Stätten zu besuchen und mein Interesse an der Geschichte weiter zu vertiefen, sondern auch schöne Momente zu erleben und unvergessliche Erinnerungen zu schaffen.
Im Herbst werde ich mein Lehramtsstudium für Mathematik und Latein an der Universität Potsdam beginnen. Ich freue mich darauf, meine Begeisterung für beide Fächer weiterzuentwickeln und sie später hoffentlich auch an andere weiterzugeben.

Ich bin Finn Schünemann, 17 Jahre alt und wohne in Sulingen (zwischen Bremen und Hannover). Derzeit besuche ich die 12. Klasse des Gymnasiums Sulingen und werde dort voraussichtlich nächstes Jahr mein Abitur ablegen – unter anderem auch mit Latein als Prüfungsfach.
Latein habe ich in der sechsten Klasse als zweite Fremdsprache gewählt, zunächst ohne Vorkenntnisse. Ich habe mir damals vor allem erhofft, dort meine Präferenz für logisches und strukturiertes Lernen - wie in den Naturwissenschaften – wiederzufinden. Und genau das hat sich bestätigt: Mit den Jahren wurde mein Interesse für Latein immer größer, wodurch ich in der achten Klasse auf Rat meiner damaligen Lateinlehrerin das erste Mal am Bundeswettbewerb Fremdsprachen teilgenommen habe. In den folgenden Jahren habe ich erneut am Wettbewerb teilgenommen, und dort zum Beispiel in der zehnten Klasse einen dritten Preis in Niedersachsen erlangt.
In der Oberstufe nahm ich dann am SOLO Plus Wettbewerb mit den Sprachen Latein und Englisch teil, und konnte damit in diesem Jahr den Sonderpreis für Latein der Elisabeth-Lebek-Stiftung gewinnen, was mich sehr gefreut hat. Den großartigen Reisegutschein werde ich voraussichtlich im Sommer nach dem Abitur nutzen, um wahrscheinlich nach Italien (und eventuell Griechenland) zu reisen und neben gutem Essen auch einige historische Orte sowie Sehenswürdigkeiten zu erkunden, um noch mehr über die (antike) römische Geschichte und Kultur hautnah zu erfahren.
Danach habe ich vor, Wirtschaftsinformatik zu studieren - ein Bereich, der in seiner strukturierten und analytischen Herangehensweise viele Ähnlichkeiten zum Übersetzen lateinischer Texte aufweist.
